Dienstag, 18. Januar 2011

Und weiter geht's !!!


Der Streik ist wohl beendet, die Strassen wieder frei. Morgen 15 Uhr Ortszeit geht es weiter nach Puerto Natales und am Tag darauf dann endlich in den Nationalpark Torres del Paine.

Im unteren Teil des Blogs haben wir mal versucht unsere bisherige Tour nachzuzeichnen. Es fehlt noch der Feinschliff, aber für ein bisschen Geografie-unterricht über Chile reicht es allemal. Viel Spass.

Ina y Carsten

Sonntag, 16. Januar 2011

No al alza del gas !!!

Wie schon gesagt, unseren Patagonienaufenthalt hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt.  Wir sitzen hier nun schon seit 4 Tagen in Punta Arenas fest und können auf Grund von Strassensperren nicht nach Puerto Natales weiterreisen, von wo aus wir eigentlich in den Nationalpark Torres del Paine starten wollten.

Die Verhandlungen zwischen der Regierung Chiles und dem Bürgerkomitee, das zum Generalstreik in der Region Magellanes aufgerufen hatte sind am Freitag ergebnislos unterbrochen worden.

Auch unser Supermarkt um die Ecke wird bestreikt
Punta Arenas, wo wir uns aufhalten hat mehr oder weniger 3 "Ausgänge". Einen zum 20 km entfernten Flughafen, einen nach Puerto Natales (ca. 200 km entfernt), der 3. ist die Fähre nach Feuerland. In Puerto Natales ist es ähnlich. Zum einen kann man nach Punta Arenas fahren, mit dem Bus nach Argentinien weiterreisen oder mit der Fähre wieder in den Norden des Landes nach Puerto Montt. Doch alle Wege sind versperrt, es fahren keine Busse und auf eine Fähre kommt man auch nicht. Die chilenische Fluggesellschaft fliegt Punta Arenas weiterhin an. D.h. es kommen noch immer Leute hierher. Damit ist zumindestens  auch gewährleistet, dass Flieger wieder von hier weg fliegen können. Einziges Problem dabei: die 20 km bis zum Flughafen...

In Puerto Natales muss die Situation aber noch schlimmer sein. Dort kommen mit den Fähren weiterhin Leute an, andere kommen zurück aus dem Park und wollen eigentlich abreisen, können dies aber nicht. D.h. dort füllt sich die Stadt noch mehr und die Lebensmittel werden knapp. Supermärkte machen wie hier bei uns unregelmässig oder gar nicht erst auf. Mittlerweile hat dort das Rote Kreuz bereits in einer Schule ein Notlager aufgebaut und in Teilen fliegt das Militär die Touristen mit Hubschraubern zum Flughafen, wo die Leute auch schon campen sollen. Das Schlimme ist, dass es über die aktuelle Lage so gut wie keine Informationen bzw. Nachrichten gibt. Nicht um sonst wird der Präsident hier "Berlusconi Chiles" genannt. 
 
Das Problem bei der Wurzel packen
Gestern konnten wir unserer "Gefangenschaft" zumindestens für ein paar Stunden entfliehen. Wir hatten quasi "Freigang" und haben diesen in einem angrenzenden Naturschutzgebiet zum Wandern genutzt, um mal auf andere Gedanken zu kommen. Danach hat es Carsten erst einmal "vom Netz" genommen. Er liegt seitdem Krank im Bett.
So gesehen die richtige Zeit dafür, denn die städtischen Attraktivitäten von Punta Arenas verbieten ein unterhalt- same und abwechslungsreiche Tages- und Abendgestaltung und die wichtigen Strassen in der Stadt sind wir schon mehrfach abgelaufen.


Den Korb sollte man treffen, sonst wird es nass

Morgen wollen wir erst einmal versuchen nicht die Letzten in der morgendlichen Schlange vor dem Büro der Fluggesellschaft zu sein, um vielleicht unseren für den 23.01. gebuchten Flug vorzuverlegen. Mittlerweile haben wir uns nämlich schon damit abgefunden, Torres del Paine nicht zu sehen. Eigentlich eine Schande, aber was solls, ein Ende des Streikes ist nicht in Sicht.



Am Ende der Welt, nicht das Ende der Welt

Trotz all dieser Umstände geht es uns gut und hier ist auch trotz aller Barrikaden und brennenden Autoreifen alles friedlich. Wir fühlen uns auch nicht unsicher, hoffen aber, dass wir bald wieder erfreulicheres berichten können.

In diesem Sinne

Ina y Carsten

Freitag, 14. Januar 2011

(Ab)warten in Patagonien

Hallo zusammen,

nun sind auch schon wieder die Tage auf der Insel Chiloé Geschichte. 4 volle Tage sind wir mehr oder weniger ins Inselleben eingetaucht (komisch dass wir in der Zeit keine Engländer getroffen haben – wahrscheinlich sind die alle nur auf dem Festland unterwegs). Wieder mal mussten wir feststellen, dass die Zeit nicht ausreichte, um unseren Aufenthaltsort samt Umland ausgiebig zu erkunden. Denn die Insel, ihreszeichens die 2. grösste in Südamerika, ist wunderschön und bietet mit Ihren 2 Nationalparks weitläufige und herausfordernde Wanderwege.

Essen auf Rädern
Zugegeben etwas Reisemüde, haben wir es aber nur geschafft eine Eintageswanderung am Rande des Nationalparkes Chepu zu absolvieren, dessen Zugang nur mit dem Boot zu erreichen war. Ziel sollte eine kleine entlegene und touristisch noch nicht erschlossene Pinguin-Kolonie sein, in der sich die selten gewordenen Humboldtpinguine tummeln. Um diese zu erreichen, mussten wir auf eine ausreichend fortgeschrittene Ebbe warten, die normalerweise 2 Küstenstreifen frei gibt, die kurz vor dem Ziel überquert werden müssen. Der Erste Streifen war nicht das Problem, der 2. dann aber schon. Nach ca. einstündiger Wartezeit konnten wir diesen immer noch nicht durchqueren, es sei denn wir wären auf ein Bad mit geschultertem Gepäck aus gewesen. Ein 1 minütiger kniehoher Temperaturtest hat uns dann aber davon abgehalten. Wer einmal im eiskalten Humboldtstrom stand oder stehen sollte, wird dies verstehen können. Länger warten wollten wir aber auch nicht, waren wir doch zu einer bestimmten Zeit mit dem Bootsführer verabredet, der uns auch wieder aus dem Nationalpark bringen sollte. Ein letzter wehleidiger Blick hinüber zu der bereits in der Ferne sichtbaren Pinguinkolonie schien dann zumindestens einen der tierischen Frackträger davon zu überzeugen, uns nicht ganz erfolglos wieder abziehen zu lassen. Und so tauchte er für einen Moment an unserem Strand-abschnitt auf, checkte kurz die Lage um dann wieder zu seinen Kumpels zurückzuschwimmen. So kamen wir dann doch noch zu unserem 2. Pinguinerlebnis (was dann jetzt auch reicht, denn Pinguin bleibt Pinguin und ist so selten dann doch nicht – ja wir werden so langsam „wählerisch“...).

Holzkirche in Tenaun
2 Tage später ging es dann noch auf die Insel Mechuque mit Besuch eines Wasserfalles bei dem sich Carsten als einziger Gringo mit einem mehr als kälteverzerrten Gesicht auch ins Wasser traute und dabei von den Einheimischen mehr belächelt, als bestaunt wurde. Ob dies am zuvor mit allerlei Muschelfleisch prall gefüllten „Bäuchlein“ lag? Wir wissen es nicht. Aber Egal, einen Eintrag ins eigene Reiselogbuch war es allemal Wert, genau wie auch die 3 der insgesamt 16 inseltypischen und zum Weltkulturerbe gehörenden Holzkirchen, die wir besichtigt haben. Es ist schon faszinierend, was die Chilen so alles aus Holz zusammenzimmern und dann bunt anmalen. Anscheinend steht auch die UNESCO auf solcherlei Handwerkskunst.



Touristentrack Richtung Puenta Arenas
Vorgestern früh sind wir dann mit dem Bus weiter nach Puerto Varras gefahren, ein kleines von deutschen Siedlern beeinflusstes Städtchen das malerisch am Lago Llanquihue liegt, an dessen Ende dann der Vulcano Osorno hervorragt. Leider was es nur ein klassischer „Onenightstand“, denn Tags darauf ging es, wenn auch noch etwas „dizzy“ von den Freigetränken in unserem Hostel und vom nächtlichen Clubbing mit ein paar sehr netten Belgiern, weiter zum Flughafen nach Puerto Montt von wo aus wir uns (endlich) auf den Weg nach Patagonien machten.


Eine von vielen Strassenblockaden
Der Plan war, den ersten Tag in Puenta Arenas zu verbringen um dann zum Nationalpark Torres del Paine aufzubrechen – die Attraktion hier in Patagonien. Nur leider hat uns Pinera, der chilenische Präsident, bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der hat nämlich mal kurzerhand beschlossen den Gaspreis ausschliesslich in Patagonien um knapp 20% zu erhöhen. Begründung ist, dass die Leute hier zu viel Gas verbrauchen. Jetzt könnte man meinen, was geht uns das als Touristen an? Sehr viel, denn fast alle Bewohner hier befinden sich im Streik. D.h. Es fahren keine Busse, keine Taxis, keine Fähren verlassen mehr die Region, fast alle Geschäfte haben geschlossen und die Strassen werden auch blockiert. Keiner der sich momentan hier in Puenta Arenas oder in den Nationalparks befindet kommt mehr von dort weg. Es bewegt sich fast nichts mehr. Mit einem Auto kommt man maximal bis zur nächsten Strassensperre. Nachdem wir den Flughafen gestern Nachmittag verlassen hatten, konnten wir die Auswirkungen am eigenen Leib oder besser an den eigenen Füssen spüren. Der Flughafen liegt 20 Kilometer ausserhalb der Stadt und kein Taxi, Transferbus weit und breit. Also sind wir erst mal vollbepackt losgelaufen und immer wenn mal ein Auto kam, Daumen raus und hoffen einen „Streikbrecher“ zu finden, der uns ein Stück mitnimmt. Für die 20km haben wir dann in Summe 2 ½ Stunden gebraucht, davon sassen wir vielleicht 20 Minuten in Kofferraum oder auf überfüllten Rücksitzbänken von Autos und Kleinbussen, die uns ab und zu zwischen den Strassenblockaden mitgenommen hatten.

Jetzt sitzen wir erst mal in unserem Hostal fest und warten. Wir haben auch schon gehört, dass im Torres del Paine Nationalpark Touristen protestiert haben sollen. Naja, für Freitag ist eine neue Verhandlungsrunde mit der Regierung angesetzt. Wir sind nicht mit dabei, also warten wir ab, was dabei rauskommt. Wir halten Euch auf dem laufenden.

Gehabt Euch wohl.
Ina y Carsten